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Erschienen im Tages Anzeiger Verpasste
Chance
Auf so einen Mann hatte die Welt lange gewartet. Eigentlich war es unmöglich, dass einer daherkommen würde, der alles wieder ins Lot bringen konnte. Hoffnung hatte niemand mehr. Die Probleme wuchsen ja ins Unermessliche, wer sollte mit ihnen noch zu Rande kommen? Der Karren steckte im Dreck. Die Leute, denen das Wasser bis zum Hals stand, legten gottergeben die Hände in den Schoss und warteten auf das, was da kommen wird. Und was da kam, wer ER. ER stand da eines Tages, krempelte die Ärmel hoch, spuckte dreimal in die Hände sagte: <Packen wir es!> Er arbeitete hart und brachte jeden Tag neue Lösungsvorschläge, für jedes Problem. Er probierte, studierte, tüftelte. Er löste jeden Knoten, und alles schien plötzlich sehr einfach. Die Regierungsleute, die Chemiker, die Förster und die Atomfachleute schlugen sich an die bis anhin blockierten Hirne und riefen: <Natürlich, so geht es, das ist die Lösung! Warum nur ist niemand von uns darauf gekommen? Wie konnten wir das übersehen?> Und die Welt wurde schön. Das Wasser, um nur einige Beispiele zu nennen, das Wasser wurde wieder sauber. Ein Jubel unter den Fischen, den Fischern und den Kormoranen. Der Wald gesundete, obwohl ER von einer Ausrottung der Borkenkäfer absah. Einzig der Geschmacksinn dieser Tiere wurde verändert und auf sechs Grashalme pro Tag getrimmt. Die Luft wurde wieder klar und würzig. Unser Mann arbeitete Tag und Nacht. Er fand den harmlosen Treibstoff für alle Motoren, brachte umweltfreundliche Folien auf den Markt(endlich wieder Kartoffeln aus der Folie ohne schlechtes Gewissen) und für’s Auge: Beton, der aussah wie Holztäfer. Durch eine völlig neue Ernährungsweise erreichte er, dass die Leute hitze- und kälteunempfindlich wurden. Keine Heizung mehr war mehr nötig, keine Klimaanlagen, und keine Nerze mussten mehr ihr Leben lassen. Als kleiner Nebeneffekt konnten einige sogar die Farben von Hellbraun bis Schwarz auf menschlicher Haut nicht mehr wahrnehmen, was natürlich enorm zum guten Klima im Lande beitrug. Durch dieses gesunde Leben wurden die Leute gesellig und einander zugetan. Sie zogen zusammen in grosse Beton-Täfer-Häuser, feierten lange Feste, und niemand wer mehr einsam: wie im Paradies. All das brachte dieser Mann zustande, der genau im richtigen Augenblick zur Stelle war. Doch wer war er eigentlich, der alles wusste und alles konnte? Niemand hat es je herausgefunden, doch es kursierte ein Gerücht unter den Leuten: Es könnte der Sohn jener Eltern sein, die sich sagen: <In eine solch kranke Welt wollen wir keine Kinder gebären> |